Oh Gott, war ich aufgeregt! Je näher wir der Burg kamen, um so unruhiger wurde ich. Flau im Magen, Hände zittern, Unruhe. Das volle Programm. Dabei kenne ich das gar nicht von mir. Ich kann gut vor vielen Menschen reden (auch, wenn ich das nicht gern tue). Ich lese täglich viele Geschichten vor und auch meine eigene. Ich bin offen und kann gut auf Menschen zu gehen.
Aber das hier war etwas anderes. Seit ich in der Grundschule bin, möchte ich Schriftstellerin werden. Und in meinem Kopf gab es seit jeher das imaginäre Bild von mir in einer Buchhandlung bei einer Lesung. Und heute war es endlich soweit!
Gut, es war keine Buchhandlung, sondern die Burgbäckerei auf Burg Satzvey. Aber war das nicht irgendwie noch cooler? Und der Punkt war, dass es hier um MEIN Buch ging, dass ICH geschrieben und veröffentlicht habe. Und das hier gleich MEIN Traum in Erfüllung gehen würde, vor völlig FREMDEN Menschen.
Uff. Einige tiefe Atemzüge und ein Toilettengang später saß ich dann am Ostersonntag um 14 Uhr bei Teddy in der Bäckerei und las die erste Geschichte aus „Karl Ninchen und wie er die Welt sieht“ vor.
Tatsächlich war das kein großes Ding. Die Menschen, die sich gerade hierher verirrt hatten, um eine Waffel mit Schokosauce zu essen oder einen Kaffee Latte zu trinken, hatten jetzt eben zufällig die Ehre, zuhören zu müssen.
Aber für mich war das der Hammer.
Zum Glück hatte ich Unterstützung von meinem großen Hasen und dem kleinen Häschen. Der Hase war an meiner Seite und sagte wie stolz er ist. Und das Häschen setzte sich mit mir auf die kleine Bühne, damit ich nicht alleine wäre und lieh mir ihr rosa Kuscheltierhäschen. Voll lieb. Und auch eine meiner besten Freundinnen war an meiner Seite.
Ich bin sowieso so dankbar für die enorme Unterstützung, die ich auf dem Weg mit diesem Büchlein erfahren durfte. Kollegen, Eltern, Freunde, Familie, Nachbarn – alle hatten mir auf die Schulter geklopft, treu das Büchlein bestellt und sich sogar zu Rezensionen hinreissen lassen. Tausend Dank euch allen!!
Ein unwichtiger Schritt für die Menschheit, ein Riesending für mich!
Auch um 15 Uhr durfte ich lesen und am Ostermontag saß ich erneut um 14 und 15 Uhr auf dem Sessel in der Bäckerei. Diesmal unterstützt von Papa und einer guten Freundin von ihm und meiner anderen Bestie nebst ihrer Mutter. Jetzt war ich auch nicht mehr soooo dolle aufgeregt, habe sogar ein paar Bücher verkauft und durfte den Kindern eine Widmung hinein schreiben.
Es fühlt sich ungewohnt und nicht ganz passend für mich an, so im Mittelpunkt zu stehen. Ich neige immer sehr zu Relativierung. „Naja, ist ja nur ein kleines Büchlein, war nicht viel Arbeit, nee die Bilder sind nicht selbst gemalt, habe ich mit Canva gemacht….“
Meine Freundinnen schimpfen immer mit mir und meinen, ich darf stolz auf mich sein. Immerhin habe ich die Geschichte erdacht, eingefangen, aufgeschrieben, bebildert, hoch geladen, veröffentlicht und frei gegeben.
Und natürlich bin ich nicht George R.R. Martin. Nee, I bims, die Conny. Aber das hier ist mein Baby und es hat mir wirklich riesig Spaß gemacht, es zur Welt zu bringen.
Was für ein Abenteuer.
Und nach den Tagen auf der Burg spürte ich plötzlich, wie sich ein Raum auftat, wo vorher ein Projekt gewesen war. Eine Leere, die angenehm Potential beinhaltet. Und Luft macht, für weitere Geschichten, neue Bilder und noch mehr Ideen, die ich in die Welt bringen könnte.
Wie gesegnet ich doch bin, Zeit und Möglichkeit zu haben, meine Kreativität in die Welt schmeissen zu dürfen!
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